„Kurpfälzer Bühne“: Von der „Sommertour“ zum „perfekten Brautkleid“

Es ist schon ein ereignisreiches Jahr für die „Kurpfälzer Bühne Schwetzingen“: Im Mai entführte man die Besucher des großen Schwetzinger Spargelfestes an beiden Tagen auf den „Schwetzinger Spargelmarkt vor 100 Jahren“, mit zeittypischem Lokalkolorit und in den entsprechenden Kostümen, versteht sich. Zwei Monate später stand bei der „Sommertour“ des Rhein-Neckar-Fernsehens in Oftersheim ein weiterer außergewöhnlicher Auftritt an, und inzwischen sind es nur noch wenige Wochen bis zum Vorverkaufsbeginn für die aktuelle Aufführungsreihe der laufenden Saison.
Ja, die RNF-„Sommertour“…  Als Beitrag der katholischen Pfarrgemeinde St. Kilian hatte sich die Gruppe mit der „Kleinen Bühne Oftersheim“ im Rahmen der Seelsorgeeinheit zusammengetan, und heraus kam ein Sketch mit dem Titel „Oftersheim 1954“. Was es mit diesem Jahr auf sich hatte, erschloss sich für jeden, der die Dialoge aufmerksam verfolgte, spätestens ab dem Stichwort „Das Wunder von Bern“. Immerhin befand man sich bei der „Sommertour“ ja auch in der Endphase einer Fußball-WM und drei Tage vor dem Endspiel, wenn auch dieses Mal ohne deutsche Beteiligung wie seinerzeit Seppl Herberger mit „seine Buwe“. Aber selbstverständlich stellten die Akteure auch zeitgenössische lokale Bezüge her wie zum einstigen „Metropol“-Kino, in welches damals die Oftersheimer zu Heimatfilmen wie „Grün ist die Heide“ strömten. Außerdem wurde die berühmt-berüchtigte „Uzerei“ der  Dorfbewohner auf’s Korn genommen, die sich nicht nur bis heute in vielen noch gebräuchlichen Übernamen zeigt, sondern auch schon in früheren Zeiten den Nachbarorten auffiel, denn „wer in Ofdasche nädd geuzt, in Blanggschd nädd geduzt, in Ebbele nädd verschlóre, der kann in Heidelbäig vun Gligg sóre!“
Heidi Vogt und Dr. Karl Claßen von der „Kleinen Bühne“ wie auch Werner Huckele als Wirt und Spielleiterin Barbara Kießling hatten es trotz des vom Sender auferlegten Zeitrahmens von fünf Minuten verstanden, Impressionen aus dem Oftersheim der fünfziger Jahre wieder aufleben zu lassen. Letztere zeichnete zusammen mit Hans-Peter Sturm auch für Idee, Organisation und Erarbeitung der Dialoge verantwortlich. Ein besonderes Wort des Dankes muss an dieser Stelle an das Oftersheimer Ehepaar Bacher gerichtet werden, das spontan seinen Mercedes 170 S, Baujahr 1950, als markanten Blickfang zur Verfügung stellte. Damit gaben die Vertreter beider Theatergruppen in Kooperation am Beginn der Live-Aufzeichnung der „Sommertour“ für die Fernsehzuschauer in der Region auch Kostproben des hiesigen Dialekts, der wie die kurz zuvor eingezogenen „Holzweiber“ ein unverwechselbares Merkmal der Hardtgemeinde bildet. Dass einer der drei zuvor auf der Bühne Platz genommenen „Holzmescher“ von der Bedienung „Beawl“ alias Barbara Kießling beim Servieren eines Bieres als Bürgermeister Helmut Baust identifiziert wurde, honorierte Moderatorin Frauke Hess gleich mit einem Sonderpunkt.
Nach diesen - in vielerlei Hinsicht - aufschlussreichen Erfahrungen im direkten Umgang mit einem Fernsehteam konzentriert sich die „Kurpfälzer Bühne“  jetzt auf ihr aktuelles Stück. Dort stiftet „Das perfekte Brautkleid“ in der gleichlautenden Komödie von Heidi Mager in drei Akten weit mehr Verwirrung denn selige Hochzeitsvorfreude. Ob am Ende schließlich doch wieder alles gut wird,  erfahren die Besucher bei der Premiere am 25.Oktober sowie in sieben weiteren Vorstellungen bis zum 21.November im Schwetzinger „Brauhaus zum Ritter“ am Schlossplatz. Schon jetzt darf man an den Kartenvorverkauf denken: Er startet am 18.September. Bis dahin wissen die „Ofdascher“ dann auch, wie ihre Gemeinde beim „Sommertour-Televoting“ abgeschnitten hat…
Hans-Peter Sturm

Das Foto zeigt Dr. Karl Claßen, Heidi Vogt und Barbara Kießling in dem Sketch „Oftersheim 1954“ bei der RNF-„Sommertour“.

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